Hintermann der Anschläge vom Istanbuler Flughafen hatte Asyl in der EU

Es muß betont werden, daß die jüngsten Terroranschläge am internationalen Flughafen von Istanbul, die 44 Tote und 250 Verletzte forderten, von einer ISIS-Terrorzelle verübt wurden, deren Anführer tschetschenische Terroristen sind, die auch schon Anschläge in Rußland organisierten. Es wurde sogar zugelassen, daß diese Terrornetzwerke seit den 90er Jahren ihre Operationsbasis in der Türkei eingerichtet haben.

Russischen und türkischen Medien zufolge war der Kopf hinter den Anschlägen Ahmed Tschatajew, Befehlshaber einer Einheit, die hauptsächlich aus Immigranten aus dem Nordkaukasus besteht, die im Zweiten Tschetschenienkrieg 1999-2000 gegen Rußland gekämpft hatten, wie der Vorsitzende des russischen Untersuchungsausschusses Andrej Prschesdomskij erklärte. Später galt Tschatajew als Repräsentant von Dokka Umarow, dem damals meistgesuchten Terroristen in Rußland.

Seit 2003 waren die russischen Behörden hinter Tschatajew her, aber er erhielt in dem Jahr Asyl in Österreich, angeblich nachdem er ausgesagt hatte, er sei in einem russischen Gefängnis gefoltert worden. 2008 wurde er zusammen mit anderen Tschetschenen in Schweden verhaftet, nachdem die Polizei in seinem Wagen Kalaschnikows, Sprengstoff und Munition gefunden hatte, und er saß mehr als ein Jahr lang in einem schwedischen Gefängnis. 2010 wurde er dann in der Ukraine verhaftet, und auf seinem Mobiltelefon fand man Sprenganleitungen und Fotos von Opfern von Bombenanschlägen.

Ein russisches Auslieferungsersuchen an Kiew wurde vom Europäischen Menschenrechtsgerichtshof blockiert, auch Amnesty International machte eine Kampagne gegen eine Auslieferung. Ein Jahr später wurde er verhaftet, als er versuchte, von der Türkei über die Grenze nach Bulgarien zu gelangen, aber wiederum auf Druck von Menschenrechtsorganisationen nicht ausgeliefert, wie die Tageszeitung Kommersant berichtete.

Von 2012-15 soll Tschatajew in Georgien gelebt haben, wo er sich wieder Terrorgruppen anschloß und im Zusammenhang damit im Gefängnis saß. Im Februar 2015 reiste er von Georgien nach Syrien, schloß sich ISIS an und stieg dort zu einer hohen Position auf. Erst 2015 setzte ihn das US-Justizministerium endlich auf die Terrorliste.

Am 29.1.2016 gaben russische Behörden international eine Warnung aus, daß Tschatajew und andere ISIS-Zellen Terroranschläge in Rußland und Europa planten. Aber das wurde im Westen ignoriert, genauso wie die USA 2013-14 russische Warnungen vor Tamerlam Zarnajew, der dann den Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf verübte, ignoriert hatten.

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